Autor: admin

Ich und Ich

Die Tage sagte eine Freundin zu mir: „Ich brauche eine Mediation mit mir selber. Kannst Du das machen?“ Ich habe gelacht und verneint, weil ich bei ihr auf jeden Fall befangen wäre. Trotzdem haben wir das mal kurz durchgespielt: zwei Stühle, zwischen denen sie hin und her wechselt und mit sich selber spricht, und ich, die zwischen den Stühlen sitzt und umformuliert, ausgleicht, vermittelt. Eine etwas absurde Vorstellung, aber führen wir nicht alle mal Selbstgespräche? Vermutlich nur im übertragenem Sinne auf zwei Stühlen. Aber wir alle gehen doch hin und wieder in einen Monolog oder Dialog mit uns selber. Fragen uns, ob dieses oder jenes die richtige Entscheidung war. Nennen uns selber zu dick, zu doof, zu langweilig. Stellen uns selber in Frage, ob wir ein/e gute/r Mutter/Vater sind. Zweifeln, ob wir gut genug „performen“ um nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Oder was wir auch gerne mit uns selber ausdiskutieren: „Was die Anderen wohl über mich denken?“ Und die Antworten, die wir uns auf diese Fragen geben, sind meistens kritisch und nicht besonders nett. Also …

Hast Du den Arsch in der Hose?

Viele sehen sich gerade beim Konsum von dem Thema Nachhaltigkeit überfordert. Und obwohl ich mich seit Jahren mit dem Thema auseinandersetze und Stück für Stück kleine Dinge in meinem Haushalt und meinem Konsumverhalten geändert habe, bin auch ich oft überfordert. Vor allem, wenn ich ma eben in den Supermarkt gehe. Zum Beispiel beim Griff zur Paprika. Nehme ich die in Plastik verpackte Bio-Paprika aus Spanien oder die pestizid-belastete, unverpackte aus Holland? Sowas nervt mich, weil es eigentlich die Wahl zwischen Pest und Cholera ist und oft endet es damit, dass ich auf Paprika verzichte. Aber heute geht es mir nicht um Nachhaltigkeit beim Konsumverhalten, sondern um Nachhaltigkeit im Zwischenmenschlichen. Das vermisse ich oft. Es ist nicht mehr die Regel, dass man sich auf gemachte Aussagen von Menschen verlassen kann. Es werden Dinge versprochen, Zusagen gemacht oder (vermeidlich) verbindliche Aussagen getroffen denen keine Taten folgen. Ich finde es schade, dass man oft einfach gar nichts mehr von jemandem hört. Es wäre ja auch ok zu sagen, dass man seine Meinung geändert hat und nicht mehr zu …

Ich will! Aber was eigentlich?

In meinem letzten Blogbeitrag ging es um positive Punkte auf (m)einer Bucket-List. Mit dem Resultat, dass sich sowohl Dinge, die man haben/machen möchte auf der Liste wiederfinden, als auch Punkte, die die eigenen Werte wiederspiegeln, nach denen man sein Leben ausrichtet. Außerdem stehen auf der Liste ausschließlich Punkte, die man wirklich will. In der Regel fällt es uns leichter, Dinge zu formulieren, die wir nicht wollen. Ein häufig gewähltes Argument in Diskussionen ist „Weil ich das nicht will!“ oder „So geht das nicht weiter!“ Oft bekommt man auf die Frage „Warum willst Du das nicht?“ ausschweifende, nichtssagende Antworten warum derjenige etwas nicht will. Wenn man aber fragt: „Was willst Du denn? Wie stellst Du Dir vor, dass wir das lösen/angehen/besser machen?“ Ist die Antwort oft: „Weiß ich nicht. Du hast doch angefangen/es liegt an Dir, dann lass Dir was einfallen!“ Warum fällt es uns bei materiellen Dingen und Wünschen so leicht zu formulieren, was wir wollen, aber auf der Beziehungsebene (egal ob beruflich oder privat) können wir besser formulieren, was wir nicht wollen? Haben wir …

Bucket-List – Eines Tages oder Tag eins… Du entscheidest!

Hast Du eine Bucket-List? Ich habe eine, allerdings erst seit kurzem. Habe diese Listen immer belächelt und sah sie als eine Ansammlung von To-Do`s, die es galt abzuarbeiten, um glücklich und zufrieden zu sein. Sowas brauchte ich nicht. Warum ich mir dann doch eine Liste erstellt habe? Weil mir bewusst wurde, dass auch meine Zeit in diesem Leben endlich ist und ich gerne mal wissen wollte, was mir mit dieser Erkenntnis für Bucket-List-Punkte einfallen. Wenn ich mir jetzt meine Liste anschaue, erkenne ich, dass es nicht um meine ferne Zukunft geht, sondern um die Art, wie ich mein Leben führen möchte. Auch heute schon. Nicht erst mit Beginn der Rente oder wenn ich mal „genug Geld“ habe. Ja, ein paar Punkte sind auch Wünsche, aber nicht damit gekoppelt, dass „Wenn ich dieses oder jenes mache/kaufe/erlebe, dann bin ich glücklich.“ Und beim Durchlesen, stelle ich fest, dass sich in den einzelnen Punkten meine Werte wiederspiegeln. Das überrascht mich nicht, bestätigt aber mal wieder, dass meine Werte das Fundament meines Handels sind. Außerdem stehen auf der Liste …

Das Ding mit dem Älterwerden der Eltern

Gestern habe ich mit den Pflegenden und der Ärztin abgesprochen, dass das Morphin erhöht wird, weil meine Mutter vor Schmerzen wimmert und seit 3 Tagen nicht gegessen und kaum getrunken hat. Ich habe die Betreuungsvollmacht. Es wird erwartet, dass ich die Entscheidungen treffe. Heute komme ich in die Einrichtung und werde von der diensthabenden Alltagsbegleiterin freudig begrüßt mit den Worten „Ihre Mutter hat heute ordentlich reingehauen. Zum Frühstück Joghurt mit Banane und zum Mittagessen ein halbes Schnitzel mit Kartoffelbrei!“ Ich gehe ins Zimmer meiner Mutter. Frage sie, warum sie jetzt isst. Ich habe doch durch meine gestrige Entscheidung gehofft, dass ihr Leidensweg leichter wird. Und kürzer. „Und jetzt fängst Du an zu essen?!“ Wut steigt in mir auf. Eine Antwort auf meine Fragen bekomme ich schon seit Wochen nicht mehr. Ich weine. Ich habe Schuldgefühle. Habe ich eine Fehlentscheidung getroffen? War es zu früh, dass Morphin zu erhöhen? Wieso bin ich wütend? In einem Monolog, an ihrem Bett stehend, rechtfertige ich mich, dass ich doch nur ihr Bestes will. Nicht nur wir werden älter, auch …

Werte

Entsprechen Eure (beruflichen) Handlungen immer Euren Werten? Und wie gehtes Euch, wenn Ihr gegen Eure Werte handeln müsst? Und wie steht es um dieWerte in der Familie. Wo unterscheiden sich die Werte von Kindern und Eltern?Eltern und Großeltern? Meinem Partner und mir?Haben wir selber in den unterschiedlichen Rollen unterschiedliche Werte? Ich habe schon mehrmals Werte-Tests gemacht. Und es kamen häufigunterschiedliche Werte dabei heraus. Stellt sich die Frage: Sind meine Werte von meiner Tagesform abhängig? Nein, das glaube ich nicht. Die Grundwerte bleiben gleich und sind auch immerähnlich, wie z.B. Gerechtigkeit und Respekt. Wenn ich jemanden Respektentgegenbringe, gehe ich auch gerecht mit ihm um. Aber meine Werte sind in denunterschiedlichsten Rollen und Lebensphasen unterschiedlich wichtig. Wenn ichberuflich agiere, haben Werte wie Effizienz, Disziplin, Flexibilität, Verantwortungund Erfolg Priorität. Bei der Arbeit in einem Team kommen Loyalität, Empathie,Vertrauen und Entwicklung dazu. Als Patentante stehen Liebe, Nähe, Vertrauen, aber auch Verantwortung, an oberster Stelle. Nach all diesen (und noch anderen) Werten handele ich. Unbewusst, denn Wertesind tief verankert. Ich denke nicht bei jeder meiner Handlungen „Geht das jetzt mit …

Phasen der Mediation

Vorbereitung ⋅ In der Vorbereitung wird das gemeinsame Vorgehen besprochen, der Mediationsvertrag geschlossen und alle Beteiligten werden auf denselben Kenntnisstand gebracht, um Transparenz zu schaffen und den Status Quo zu sichern. Konfliktdarstellung ⋅ Hier werden seitens der Medianten (= Teilnehmer an einer Mediation) die zu bearbeitenden Themen erarbeitet. Jeder Mediant bekommt den Raum, seine Sicht der Dinge zu schildern. Konflikterhellung ⋅ Die Erhellungsphase bearbeitet strukturiert die vorher festgelegten Themen, so dass der Dialog zwischen den Medianten wiederhergestellt und Klarheit über die Bedürfnisse und Intentionen des jeweiligen Medianten gewonnen wird. Lösungsfindung ⋅ Kreativ und völlig frei von Einschränkungen werden Lösungsideen gesammelt, bewertet und festgelegt. Vereinbarung ⋅ Die Übereinkunft kann mündlich oder schriftlich getroffen werden und ist für alle Medianten verbindlich.

Altersmediation

Ab wann bin ich eigentlich alt? Wie wird es sein, wenn ich alt bin? Wer bestimmt, wo ich wohnen werde? Muss ich dann ins Heim? Wer entscheidet, wenn ich selbst nicht mehr entscheiden kann? Wie begleiten meine Angehörigen mich in dieser Zeit?Gibt es unausgesprochene oder bekannte Konflikte, die mich beschäftigen?Oder einen Streit aus längst vergessener Zeit, den ich aus der Welt schaffen möchte? Jeder hat einen anderen Umgang mit diesem Thema. Aber eins steht fest, das Älterwerden wirft Fragen auf. Einige von ihnen beschäftigen uns nur manchmal, andere häufiger. Sie können dazu beitragen, Sorgen und Ängste vor der eigenen Zukunft zu entwickeln.  Gehen Sie Ihre Ängste an und gestalten Sie Ihre Zukunft gemeinsam mit Ihren Angehörigen aktiv. So haben Sie die Chance, Ihr Älterwerden in Ihrem Interesse und nach Ihren Bedürfnissen auszurichten.  Gemeinsam mit Ihnen und Ihren Angehörigen betrachte ich Ihre Wünsche und Sorgen, die Ihre Zukunft betreffen. Wir erarbeiten zusammen eine Vereinbarung, die auf Ihren Bedürfnissen basiert und ein selbstbestimmtes Altern ermöglicht. Ich gebe Ihnen und Ihren Angehörigen den Raum, Ihre Interessen und Bedürfnisse zu formulieren. So treffen Sie …

Familien- und Paarmediation

Haben Sie das Gefühl, der Alltag raubt Ihnen so viel Zeit, dass für das Familienleben kein Raum mehr ist? Lieben Sie Ihren Partner und haben trotzdem das Gefühl, dass Sie aneinander vorbeileben und Ihnen die gemeinsame Basis abhandengekommen ist? Leben Sie nebeneinander her und entwickeln sich in unterschiedliche Richtungen? Gemeinsame Entscheidungen, die getroffen werden müssen, bringen einen Streit mit sich?  Wollen Sie so nicht weitermachen? Familien- und Paarmediation kann Ihnen helfen, wieder in die Kommunikation miteinander zu finden. Sie ermöglicht es Ihnen, aufeinander zuzugehen und den Anderen mit seinen Bedürfnissen wahrzunehmen und zu verstehen. Sich auf die Stärken der Familie zu konzentrieren. Dadurch können Sie Ihre Zukunft als Familie aktiv und positiv gestalten und eine gemeinsame Basis herstellen. Eine Basis, die Sie als Familie stärkt. Ich als geschulte Mediatorin begleite Sie auf diesem Weg. Gemeinsam entwickeln wir eine Lösung, die Ihnen und Ihrer Familie gerecht wird. Ich unterstütze Sie mit einer strukturierten Herangehensweise, die jedes Familienmitglied berücksichtigt und die schließlich Lösungen hervorbringt, die allen gerecht werden. Nutzen Sie die Chance!

Transformative Mediation

Am Ende einer erfolgreichen Mediation gibt es keinen Verlierer, nur Lösungen und Ergebnisse, die den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht werden. Die Transformative Mediation geht davon aus, dass der Konflikt bereits zur Krise geworden und die Kommunikationsbasis zwischen den Beteiligten gestört ist.  In diesem Fall verändert sich die eigene Wahrnehmung in Bezug auf die andere Partei. Egal, was die andere Partei macht, wir reagieren schnell genervt und sind unfähig, den anderen objektiv zu betrachten. Allein bei dem Gedanken an den Konflikt sind wir angespannt. Der Andere ist der Böse und wir denken, selber machen wir alles richtig.  Die Folgen? Unsicherheit, Angst, Vermeidung und auch Isolation.  Ich helfe den Betroffenen, diese Negativspirale zu verlassen, die Mauern abzubauen und den Blick wieder zu öffnen, um die Transformation (Umgestaltung) von einer negativen in eine konstruktive Grundhaltung zu ermöglichen. Gemeinsam schaffen wir eine Basis, um den Konflikt anzugehen und Kommunikation zu ermöglichen. In der Zusammenarbeit mit mir stärken wir Ihr Empowerment (Selbstbefähigung/Autonomie) und Sie gewinnen Klarheit über Ihre Interessen und die der anderen Medianten.  Mit meiner Unterstützung erarbeiten wir gemeinsam …